Die ersten Martenizi waren Wollzwirne mit einem goldenen oder silbernen Münzchen. Heutzutage sind die Martenizi ganz verschieden: Quasten, Bällchen, Bommeln, aber meist beliebt ist das Puppenpaar Pizho und Penda. Man trägt die Martenizi am beginnenden Frühjahr an der Brust, als Armreif am Handgelenk, als Anhänger um den Hals… Die Marteniza ist ein eigenartiges Amulett gegen die bösen Geiste.
Die Marteniza wird getragen bis man die erste Schwalbe oder den ersten Storch von den Südländern zurückkehrend sieht, da hängt man seine Marteniza an einen blühenden Obstbaum auf oder lässt sie unter einem Stein – auf Segen und Kraft.
So die Volksglauben kommt das Frühjahr mit dem Erscheinen von Baba Marta – das heißt auf Deutsch Oma Marta, abgeleitet von Monat Mart – März. Ihr zwiespaltiges Wesen – mal lustig, mal böse, stellt die weibliche Natur dar – Leben schenkend, aber manchmal ungestüm und zerstörerisch.
Monat März steht als Inbegriff des Unterfangens vom Frühling und der Erde, die den Sommer und die Fruchtbarkeit gebärt. Sein Wahrzeichen ist die Marteniza, Symbol des Erwachens und des Kultes um die Sonnne.
Das Weiße symbolisierte ursprünglich das Männliche, die Kraft, die helle, sonnige Zone. Später, vom Christentum beeinflusst, wurde Inbegriff von Keusch- und Sittlichkeit – das Weiße ist die Farbe von Christus.
Das Rote ist das Weibliche, die Gesundheit, symbolisiert das Empfängnis bzw. die Geburt. Die Volksbrautträchten waren auch in Rot.
Der Urspung der Martenizi ist auf die Zeit des aufkommenden bulgarischen Staates zurückzuführen. Eine Legende erzählt uns Folgendes:
Am Anfang seiner Existenz wurde der bulgarische Staat gelegentlich von feindlichen Stämmen angegriffen. Die Protobulgaren mussten sehr oft die Grenzen des neuenstandenen Staates verteidigen. Schon wieder zog Chan Asparuch (der Gründer Bulgariens) in den Krieg. Er versprach seiner Frau, ihr eine Schwalbe mit weißem Faden am Bein zu schicken, wenn er siegte. Die Zeit verging, aber die ersehnte Nachricht kam nicht. Am Ende des Winters kam die Schwalbe an. Sie trug den weißen Faden, vom Blut des Chanes rot gefärbt - Asparuch war verletzt, doch am Leben!
Seit dieser Zeit tauschen die Bulgaren Martenizi – die Boten des kommenden Frühjahrs.
Chestita Baba Marta!!!
Autorin: Nadezhda Ignatova