Am 30. März stellen wir die Uhren eine Stunde vor. Neben der Frühjahrsmüdigkeit haben wir nun also auch mit der Zeitumstellung zu kämpfen. Probleme mit dem Einschlafen und dem Aufstehen - die Zeitumstellung ist geradewegs ein reglementierter Schlafraub. Allerdings werden wir nicht gefragt, ob wir mit den Schlaf-Wach-Rhythmusstörungen und allen sich daraus ergebenden Folgen für Körper und Psyche einverstanden sind. Die Daten der Weltgesundheitsorganisation zu diesem Kasus sprechen für sich. Knapp 45 Prozent der Bürger in Europa, einschließlich in Bulgarien leiden an Schlaflosigkeit. Die abrupte Änderung des Biorhythmus beeinflusst das Schlaf- und Wachzentrum im Gehirn. Die Folgen daraus sind geradezu erschreckend, da Menschen, die an Schlaflosigkeit leiden, nicht in der Lage sind, ihren täglichen Verpflichtungen nachzukommen und darüber hinaus eine Gefahr für ihre Umgebung darstellen können. Ein Großteil der Ärzte ist der Ansicht, dass die Zeitumstellung Herz- und Gefäß-, Nerven- und psychische- als auch endokrine und andere chronische Erkrankungen hervorruft. Nachgewiesen verlangsamt fehlender Schlaf den Stoffwechsel, führt zu Depressionen und verstärkt das Unruhegefühl. Ganz zu schweigen davon, dass sich das auch auf unser Gedächtnis auswirkt. Laut Statistik führt die Zeitumstellung in 70 (von insgesamt 185) Ländern zu einem Anstieg der Notrufe um 12 Prozent. Allein die Zahl der Infarkte steigt um 75 Prozent, die Zahl der Selbstmorde steigt in diesem Zeitraum um ganze 66 Prozent. Diese Daten sollten schon Anlass zum Nachdenken geben. Warum haben sich Staaten wie China, Indien, Japan und seit kurzem auch Russland von der Zeitumstellung losgesagt? Aus dem einfachen Grund, dass diese keinen besonders großen Nutzen für die Wirtschaft bringt. Was Bulgarien betrifft, fußt dieser ganze Galimathias auf irgendwelchen 6 Stunden Stromeinsparung für Beleuchtung. Damit spart man auf das Jahr gerechnet 54 Stotinki pro Kopf der Bevölkerung. Ein Rieseneinsparung, nichts für ungut! Zumal wir angeblich auf Stromsparlampen nach europäischem Standard umgestiegen sind. Und so viel uns die Experten auch raten mögen, eher ins Bett zu gehen, Gymnastik zu machen und anderes - was nützt uns das, wenn unser Tonus unter Null fällt? Was soll´s. Dann werden wir eben zwei-drei Wochen lang ziemlich unadäquat durch die Gegend tapsen, um uns danach an langen Nachmittagen, romantischen Parkspaziergängen und mehr Zeit für unsere Liebsten zu erfreuen!
Quelle: www.bnr.bg