Die Ergebnisse der Sommersaison übertreffen alle Prognosen der Branche, die seit Jahren zwischen den Aussichten auf eine verkorkste- und eine Rekordsaison schwankt. Die Bilanz des letzten Sommers bestätigt jedoch den seit einigen Jahren kontinuierlichen Aufwärtstrend der Branche. Den Daten nach war die diesjährige Sommersaison ähnlich erfolgreich wie im Vorjahr. Fachleute bewerten diese Tatsache als eine weitere Positionierung Bulgariens als bevorzugte Badedestination. In den Monaten Juni, Juli und August wurden 3.343.000 ausländische Bulgarien-Urlauber gezählt. Das Groß der Feriengäste zieht es jedoch nicht ins Landesinnere mit seinen einzigartigen Naturschauplätzen und historischen Sehenswürdigkeiten sondern in die Ferienorte an der Schwarzmeerküste. Wie man so schön sagt - nichts Neues unter der Sonne. Trotz massiver Werbekampagnen des staatlichen Tourismus-Ressorts, die vor allem auf die betuchtere und neugierigere ausländische Kundschaft ausgerichtet waren, fällt es unserem Land schwer, sein Image als günstige Schwarzmeerdestination abzulegen. Allerdings gibt es auch eine gute Nachricht. Laut Eurostat-Angaben wurde im Juni in Bulgarien EU-weit mit 90 Prozent die höchste Belegungsrate verzeichnet. Die günstigen Preise als auch das attraktive Nachtleben zählen zu den Haupttrümpfen der einheimischen Tourismusbranche.
Der letzte Sommer wird uns aber auch mit dem Rückgang der Touristenzahlen aus Westeuropa und drastisch steigenden Urlauberzahlen aus Russland, der Ukraine und Weißrussland in Erinnerung bleiben. Den größten Zuwachs verzeichneten mit 106 Prozent die Urlauber aus Weißrussland, gefolgt von der Ukraine mit 51 Prozent und Russland mit 34 Prozent. Der Grund für den Zulauf aus dem Norden ist die Lockerung des Verfahrens der Visumerteilung für russische Staatsbürger. Auch fühlen sich die russischsprachigen Touristen aufgrund fehlender Sprachbarrieren in Bulgarien wie zu Hause - die Preise sind günstig, die Natur ist einmalig und das Wetter ist warm und sonnig. Zudem kaufen immer mehr russische Bürger ein Feriendomizil an der bulgarischen Schwarzmeerküste, wo sie mehrere Monate im Jahr gemeinsam mit Verwandten und Freunden verbringen.
Allerdings belegt die Statistik auch 7,8 Prozent weniger Urlauber aus Deutschland. Gleiches gilt für die Briten, die bis 2008 zu den größten Fans der einheimischen Ferienorte zählten, aber auch für andere westeuropäische Staaten. Offenbar reden hier die Krise und der schmalere Geldbeutel der europäischen Verbraucher ein Wörtchen mit. Im Großen und Ganzen ist die Branche jedoch mit der Saison zufrieden. In der Hochsaison platzten Ferienorte wie Gold- und Sonnenstrand aus allen Nähten. Vor allem junge Leute, die vom billigen Alkohol und den attraktiven Diskotheken und Nachtklubs nicht genug kriegen konnten, belagerten die Alleen der Ferienorte bis in frühen Morgenstunden. Auch Schwarzmeerstädtchen wie Achtopol, Tzarewo, Baltschik oder Schabla konnten sich nicht über ausbleibende Urlauber beklagen. Gleiches gilt für die Stadt Kawarna, deren Bürgermeister Zonko Zonew sich über die erfolgreichste Saison der letzten Jahre freut.
"Trotz der Fußball-Europameisterschaften sowie der Olympischen Spiele im August hatten wir in Kawarna 5-7 Prozent mehr Urlauber. In diesem Jahr kamen vor allem russische Touristen. Und Briten, die hier in Kawarna Immobilien besitzen. Rund 150 Ausländer haben sich im Einzugsgebiet der Gemeinde Häuser gekauft, vor allem Russen und Briten, die unsere Region sehr schön finden."
Der Sommer 2012 wird aber auch mit den stabilen Badeurlauberzahlen aus dem Inland im Gedächtnis bleiben. Für den Bulgaren ist die einheimische Schwarzmeerküste nach wie vor die günstigste Feriendestination. Auch halten finanzielle Engpässe unsere Landsleute nicht von Auslandsreisen ab. Bevorzugte Reiseziele dieses Sommers waren die benachbarte Türkei, Griechenland und Mazedonien, Rumänien und Serbien. Zudem belegen die Daten des Tourismusressorts mehr Reisen in die EU-Staaten, vor allem nach Italien, Spanien, Österreich und Deutschland. Und so hat der heimische Tourismus auch in diesem Jahr seine Zähigkeit unter Beweis gestellt und, dass er in der Lage ist, unter jeglichen Umständen zu überleben.
Quelle: http://bnr.bg