Für Bulgarien ist erstmals eine einheitliche Tourismusmarke geplant, die unser Land eindeutig als Reiseziel mit eigenem Antlitz positionieren- und von den Konkurrenten in der Region abheben soll. Gegenwärtig führt ein Team des Ministeriums für Wirtschaft, Energie und Tourismus tiefgründige Marketingstudien durch, im Ergebnis derer einheitliche Botschaften und Wahrzeichen des heimischen Tourismus erarbeitet werden sollen. Angestrebt wird ein hoher Wiedererkennungswert unseres Landes an den Weltmärkten. Und zwar nicht nur als günstige Schwarzmeerdestination sondern vor allem als Reiseziel für Touristen mit Interesse an tausendjähriger Geschichte und jungfräulicher Natur. Der Tourismus ist an erster Stelle eine Erlebnisindustrie - so bezeichnen Analysten eine der globalen Wirtschaftsbranchen mit der höchsten Entwicklungsdynamik. In der Gegenwart basiert der Wettbewerb zwischen den einzelnen Urlaubsorten neben der Qualität des offerierten Produktes vor allem auf dem s.g. "emotionalen Mehrwert" für den an Erlebnissen übersättigten modernen Konsumenten. Aus diesem Grund ist es gar nicht so einfach, sich an einem Markt zu behaupten, der vor attraktiven und innovativen Freizeit- und Urlaubsangeboten geradezu überquillt. Und mittendrin Bulgarien, das sich seit langem erfolglos um das Abstreifen der Tourismusetikette als billige Schwarzmeerdestination bemüht. Befragungen unter ausländischen Bulgarien-Urlaubern, Reiseveranstaltern und Reisevermittlern haben ergeben, dass Bulgarien trotz mehrjähriger stabiler Wachstumszahlen an den internationalen Tourismusmärkten noch nicht ausreichend bekannt ist. Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Es hat sich herausgestellt, dass die Bulgarien-Touristen der letzten beiden Jahre weitaus positiver eingestellt sind als diejenigen, die Bulgarien nur von der Landkarte kennen. Zudem belegt die Studie, dass 90 Prozent der Touristen mit ihrem Bulgarien-Urlaub zufrieden sind. Analysten sind der Auffassung, dass Bulgarien einer einheitlichen Tourismusmarke bedarf, die das Land attraktiver und wiedererkennbar und so wettbewerbsfähiger macht. Die Anstrengungen des Ministeriums für Wirtschaft, Energetik und Tourismus sind namentlich auf die Erstellung einer Bulgarien-Marke ausgerichtet. Finanziert wird das Projekt über das Operationelle Programm für Regionalentwicklung. "Bei der Marke akzentuiert man vor allem auf Emotionen verbunden mit dem Reiseziel, auf Dinge, an die man sich immer wieder erinnert - behauptet der für Tourismus zuständige Vizeminister des Megaressorts Iwo Marinow. - Auch ist es eine Tatsache, dass Bulgarien unter Ausländern vor allem als Schwarzmeerdestination bekannt ist. Künftig wollen wir auf weiteres Potential unseres Landes setzten - auf den Ausbau von Gebirgs- und Kulturtourismus sowie von Wellness- und Spa-Reisen. All diese Elemente sollen zu einem Puzzle zusammengefügt werden, auf dem unsere Tourismusstrategie sowie das Marken-Management aufbauen. Nach ihrer Erstellung soll die Bulgarien-Marke künftig den aktuellen Trends an den Weltmärkten angepasst werden."
Womit beeindruckt Bulgarien laut Studie seine ausländischen Gäste? "Das hängt davon ab, woher die Touristen kommen - behauptet Iwo Marinow. - Russische Touristen beeindruckt beispielsweise die Natur, fehlende Sprachbarrieren, die verwandte Kultur, Religion etc. Sie fühlen sich in Bulgarien wie zu Hause. Jeder Markt ist jedoch anders."
Die neue Tourismusmarke mit diversen virtuellen und anderen Marketingelementen soll 2013 stehen. Gegenwärtig erörtert man zudem die Erstellung eines neuen Landeslogos, das eventuell die sonnengelbe Rose ablösen soll. Experten zufolge lässt die Wirkung dieses Logos auf Touristen zu wünschen übrig. Deshalb ist ein neues Logo als Teil der neuen Bulgarienmarke in Arbeit.
Quelle: http://bnr.bg